Montag, 26. September 2011

Rocky Mountains


Mittwoch, 21. September


Was für ein Panorama. Erstens ist uns wieder eine Stunde geschenkt worden und die Berge leuchten wunderschön, ich freu mich. Nach einem nicht so optimistischen Tag gestern, auch wegen der Müdigkeit, ist heute wieder viel Elan da. Benjamin freut sich wieder spielen zu können im Trailer und unser Alltag normalisiert sich wieder. Unsere nächsten Etappen sind nicht mehr lange Fahrten so zwischen 1er und 2 Stunden und das ist absolut ok. Teilweise müssen wir unser Trailer auch stehen lassen um ins Gelände zu kommen und so sicher auch mehrere Nächte am selben Ort sein.


Heute ist noch Ölwechsel angesagt, damit unser Traqtor die Berge auch gut übersteht. Arne macht sich schon auf die Socken. Unser Bilder wollen ja auch bearbeitet werden und so rechnet der Compi und ich spiele noch mit Benjamin. Trotz Mäkelei von gestern haben wir die Gegend unter die Lupe genommen, denn hinten am Messegelände hat sich noch ein süsser See versteckt und eigentlich ist es hier gar nicht so schlimm wie wir gestern fanden. Und dann hat Benjamin entdeckt dass sich drüben auf dem Parkplatz Leute fertig machen um ihre Pferde zu reiten. Hier reiten dachte ich, aber wir haben ja noch nicht das ganze Gelände gesehen und so auch nicht die Reithalle gleich gegenüber unseres Trailers. Natürlich mussten wir ihnen kurz bei der Bodenarbeit zuschauen und ich habe mich richtig gefreut Leute zu treffen die dem Pferd auch gutes tun.


Aber nun ist es wieder Zeit auf zu brechen und unsere Zelte wo anders auf zu bauen. Ab in die Berge. Unglaublich schön wieder in der Natur zu sein und wir wurden auch so gleich beim Visitor Center belohnt mit einer grossen Herde Wapitihirsche samt Bock, dem ja nicht zu nahe treten soll. Schönes kitschiges Örtchen das Estes Park. Nach reichlich Informationen ist es Zeit uns eine Bleibe zu suchen, ich hoffe schwer mehr wie nur eine Nacht, denn fahren kann ich nicht mehr. Und ich, besser gesagt wir alle möchten wieder zur Ruh kommen. Nach ca. 30 Minuten von Estes sind wir am Campground und leider nur für eine Nacht eine Site frei, schade. Nett hier schönes Tal zwischen hohen Bergen, die leicht mit Schnee bedeckt sind. Ja, und heute hats doch tatsächlich, wenn auch ziemlich nass, geschneit. Regenjacken haben wir noch immer keine und so gebe ich mich auch mit Müllsäcken unter meiner Windjacke zufrieden.


Unten in der Ebene hats viele Wapitihirsche, die sich hier versammeln um sich zu paaren. Und so wie die Wapitis kommen auch die Menschen in scharen, nicht etwa zu Fuss, nein alle in ihren Autos. Nur die Familie Völker bewegt sich zu Fuss mit Rucksack um die Hirsche zu sehen. Beeindruckend voll so nah diese Riesen Geweihe zu sehen und eigentlich kann man sich gar nicht satt sehen, wunder schön sag ich euch, Hühnerhaut mässig :-).


Zum guten Glück ist mir noch eine wunderschöne Raupe ins Aug gesprungen, die, die Amis aus ihrem Auto sicher nicht sehen konnten. Da es ja Paarungszeit ist dürfen wir leider nicht am Flüsschen entlang laufen, wir wollen ja nicht gleich in ein Geweih rein spazieren und deshalb mussten wir die ganz Strecke mit den Autos teilen.










Donnerstag, 22. September


Ganz gemütlich aufstehen, Ovi machen für Benjamin und die Zeitumstellung (1 Stunde plus) geniessen. Und so sind wir tatsächlich schon um 8 Uhr auf der Piste rauf auf die Berge. Ich frage mich noch immer, schafft unsere Traqtor diese Höhenmeter oder gibt er auf. Bis auf 4.000 Meter soll es heute gehen, ich hoffe ohne Schnee und Eis.


Langsam, langsam fährst. Immer wieder werden wir gezwungen anzuhalten um diese Atemberaubende Aussicht zu geniessen. Lange hat uns nichts mehr so beeindruckt wie diese Natur hier. Nicht nur die Weite und die Tiere, sondern es sind die wunderschönen Herbstfarben die das ganze so Kitschig erscheinen lässt. Nach dem 4.000 noch ein kleiner Stop. Unsere Bremsen am Traqtor stinken und der Rauch quillt aus den Rädern, alles gut? Ja zum Glück, nach einer Pause von einer halben Stunde konnten wir weiter fahren und das dann im ersten oder zweiten Gang um die Bremsen nicht mehr so zu strapazieren, geschafft.









Unten am Visitor Center haben wir uns noch nach Zeltplätzen informiert und nach dem grossen Frust von gestern, da keine online Reservierung, haben wir erfahren dass es immer noch freie Plätze hat und es sei kein Problem. Den schönsten haben wir uns ausgesucht, umwerfend. Nach so viel Stadt wieder mal am See zu sein.


So konnte Benj spielen, leider fehlen hier immer noch andere Kinder, Arne und ich ein wenig pausieren. Oh und das wichtigste, wieder mal ne Dusche zu sehen ist auch nicht schlecht. Wir haben hier auch Strom und Wasser, was möchte man auch noch mehr. Wieder mal ein Feuer, das habe ich genossen. Auch wenns hier am Abend sau kalt wird, so war es wunderschön das zischen der Flammen. Es soll hier jeden Abend ein Fuchs zu besuch kommen, das ist ja wie oder war wie zu hause. Leider haben wir ihn heute verpasst, vielleicht haben wir morgen mehr Glück. Oder waren die Spuren unten am See doch von einem kleinen Bär?


Der See ist übrigens Sommer wie Winter nicht über 4 Grad. Nichts mit schwimmen, zur grossen Enttäuschung von Benjamin, der meinte das macht nichts, schwimmen ist schwimmen. Ich glaube nicht das der junge Mann nur ein Zeh da rein steckt. Es hat unglaublich schöne Steine hier und wie immer musste ich auch ein paar zusammen suchen die ich dann in ein beschriftetes Säcken fülle um es als Andenken dann nach hause zu nehmen.









Freitag, 23. September


Gestern dachten wir noch hier wird's bestimmt nicht so kalt in der Nacht. Ja denkste. Schlimmer wie gestern, unsere laute Gasheizung ist fast die ganz Nacht gelaufen und das bei 15 Grad Einstellung. Draußen ist alles gefrohren, sieht lustig aus, sogar unsere Campingstühle. Über dem See hängt teilweise Nebel und setzt sich bei den Inselchen fest. Es ist 7 Uhr morgens und die Sonne zeigt sich langsam am Himmel und färbt die Berge und die Wälder Rot Gold ein.


Da wir ja Strom haben geht das mit der Ovid und dem Tee was leichter und die Mikrowelle hilft mir dabei. Heute mal ganz easy. Kleine Ausflüge sind geplant längs des Sees. Ein kleines Dörfchen soll sich hier noch irgendwo verstecken und das entdecken wir bestimmt auch noch. Vielleicht können wir dann unsere Bremsen checken lassen. Es soll zwar nicht mehr so auf und ab gehen, aber man weiss ja nie.


Habe ich schon erwähnt dass unsere Nachbarn aus der Schweiz sind. Ist manchmal Lustig dass an den kältesten Orte, jetzt in der USA, so viele Schweizer hat. Unsere anderen Nachbarn sind aus Texsas, geflohen von der Hitze fühlen sie sich bei Temperaturen am Tag 15 Grad und in der Nacht -5 Grad sichtlich wohler.


So und jetzt Frühstücken und dann ab nach Granby, wieder mal Waschen ist angesagt. Und nicht nur ein Waschsalon mit funktionierenden Maschinen sonder noch ein toller Spilpi ganz in der nähe. Bremsen sind auch kontrolliert worden und alles io, bin ich froh.


Zurück beim Trailer hatten wir uns eigentlich vorgenommen eine kleine Wanderung zu machen, aber nach dem Mittagessen kam alles anders. Benjamin ganz vertieft in seiner Spielwelt, Arne und ich am Sonnen geniessen draußen auf unserer Terrasse. Ist unglaublich warm heute ganze 25 Grad, das tut richtig gut. Wir diskutieren gerade wie weiter mit unserer Reise und wie lange wir wo noch bleiben. Noch immer ein grosses Fragezeichen ist Südamerika. Eigentlich möchten wir gerne noch hier bleiben, aber unser Visum läuft ab. Und so planen wir das nächste Jahr mal durch. Zurück nach Südamerika. Den Flieger nach Buenos Aires ist ja schon gebucht. Wir haben mittlerweile aber auch raus gefunden dass da Schulferien sind, weil Hochsommer, und man es in der Stadt gar nicht aushält so warm sei es. Tja, manchmal sollte man sich besser im Voraus interessieren über das Land wos hin gehen soll. Aber besser spät wie nie. Und so haben wir uns entschieden Sommerferien in Uruguay zu machen mit Ausflügen in Argentinien und Uruguay. Wenn das nur gut kommt, wir sind ja Weltmeister im umplanen und alles auf den Kopf zu stellen.


Jetzt aber zurück ins hier und jetzt. Langsam füllt sich der Campground wieder mit Menschen, ist ja Wochenende und Benjamin wartet sehnlichst auf einen Spielkameraden. Es hat zwar ein Junge nicht weit von uns entfernt aber mit dem mag er nicht spielen, der sei zu rund, nett gesagt. Als ich ihn fragte warum er denn keinen dicken Freund mag, meinte er, er darf schon dick sein aber nur halbdick eben und der sei nicht halbdick :-). Wo er recht hat, hat er recht.


Den Rest des Tages waren wir auf unserer Site und mal am See unten den Sand umgraben. Mal machte Benjamin eine runde mit seinem Fahrrad und ansonsten mal einfach faulenzen, schön.





Samstag, 24. September


Uns ist das Gas ausgegangen. Das bedeutet keine Heizung mehr und frieren. Zum Glück erst am morgen um 6 Uhr und nicht schon mitten in der Nacht. Was für ein lieber Hoste. Als er Arne gesehen hat die Flaschen ab zu montieren um diese zu füllen hat er uns eine kleine Flasche gegeben um die Zeit zu überbrücken bis um 8 Uhr den erst dann öffnet der Laden mit dem Gas. Ihr müsst wissen dass es am morgen so kalt ist dass der ganze Trailer anläuft und die Scheiben so gleich gefrieren ohne Heizung, super kalt.


Heute war den ganzen Tag aber Sonnenschein und so warm dass sich Arne ziemlich die Nase verbrannt hat, was für ein Kontrast. War ja unser letzter Tag hier und eigentlich stand eine Wanderung um den See an, aber irgendwie schafften wirs wieder nicht. Unser Platz hier ist so schön dass man es einfach auch hier geniessen kann. Und nach einem Abstecher auf den Spielplatz war der Tag auch schon durch. Wir fauler wir.


Für morgen ist auch schon alles vorbereitet damits früh los gehen kann. Mit der Zeitverschiebung kämpfen wir immer noch und so sind wir am Abend um 20 Uhr im Bett dafür um 6 Uhr wieder auf, auch gut finde ich. Geplant sind mal 5 Stunden Fahrt, ich hoffe nicht mehr und bin schon sehr gespannt wie die Landschaft sich ändern wird. Wir fahren zu den Berühmten Arges Felsbögen, freu mich. Übrigens ist jetzt so richtig Herbst geworden, wunder schön golden leuchten die Blätter der Bäume. Eine wunderschöne Jahreszeit um hier zu sein.





Sonntag, 25. September


Nach einer Woche ohne Internet würden wir uns über welches sehr freuen. Ich hoffe es zu finden am nächsten Ort. Da unser Provider immer versagt T-Mobile suchen wir dann noch eine andere Lösung für unser Internet. Diese heiss Wal Mart und diese verkaufen PrePay Karten auf einem stabileren Netz, ich hoffe es klappt. Na denkste so einfach ist das nicht und so leben wir weiterhin ohne den Luxus Internet.


Eine wunderschöne Fahrt durch die Berge, gelb orange eingefärbte Blätter und die Tannen verschmelzen in wunderschönstem Einklang, wie ein Öl Gemälde. Eigentlich hatten wir ja gedacht dass wir schnellst möglichst auf der Interstate landen, aber denkste. Missi unser Navi, hat wohl vergessen dass wir ein Trailer ziehen und so schleppte uns dies zwar durch wunderschöne Landschaften auch am Colorado River entlang wie aber auch durch unglaubliches Hoch und Ab fahren was unserem alten Traqtor nicht so gefällt. Denn auch dieses Mal stoss er an seine Grenzen mit den Bremsten. Nichts mit Rauch aber unangenehmen Geruch den uns die halbe Stecke begleitete.


Im nichts eine Riesen Party, unglaublich manchmal. Da ist davor nichts und danach nichts und die Leute treffen sich im Nirgendslann und feiern. Schön ist das ja, aber wir fragen uns schon wie all die Leute leben und was man hier so tut. Lebt man hier von den Kühen? Das Land ist karg und nichts sehr fruchtig, so scheint es zumindest für uns. Und manchmal fährt man an Schildern vorbei dass vermuten lässt hier müsste es auch irgendwo Kinder geben, den der Schulbus fährt vorbei.


Eigentlich kommt es einem vor wie im Wilden Westen und eigentlich fehlen nur noch die Indianer die einem von den Hügel beobachten und einem begleiten, kitschig. Ja der Wilde Westen, der hat auch reichlich Pferde. Wunderschöne Herden kann man sehen und eine Vielfalt an Farben und Mischungen. Hab Heimweh nach Balou und hoffe er vermisst mich nicht mehr und fühlt sich mittlerweile zu hause in Deutschland.


In der nähe von Aspen haben wir getankt. Meine Güte ist das Touristisch, wir sind uns das gar nicht mehr gewöhnt und so gabs nur einen kleinen Stop an der Tankstelle und dann weiter Richtung Arches National Park. Oh wir mussten ja noch Einkaufen und was essen und so gabs dann noch einen zweiten Stop bei MCD und Wal Mart. Eigentlich sollten wir da längst Member sein so oft wie wir uns da sehen lassen. Mit aufgefülltem Bauch und Kühlschrank gings dann nochmals für weiter zwei Stunden in die selbe Richtung.


Geschafft, endlich sind wir da am Green River, das ist etwa 30 Minuten von Arches entfernt und lässt uns den Trailer nicht weit von der Autobahn parkieren. So können wir morgen da hin ohne unsere Wohnung, was uns den Weg sicherlich erleichtert. Da hier ja alles rauf und runter geht lässt man seine Wohnung lieber zu hause :)).


Seid wir hier in Utah sind ist das Land wieder etwas flacher geworden und die Hügel die einem links und rechts begegnen sehr beeindruckend. Da ich leider die Entstehungsgeschichte nicht so ganz weiss, was ich aber nachholen möchte, erzählen wir Benjamin so ungefähr wie hier alles entstanden ist. Die Farben der Wände wechseln von Schwarz zu Grau über Orange zu Rot oder leicht Grün. Es hat hier ja auch viele Schwefelquellen und die Leute kommen her zum sich Kuren. Benjamin fand schon, oh toller Wasserspass, aber nichts da nur für Betagte Personen :-) so wie Arne und ich.


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